Kategorie: Technik


Lenovo T520: HDD gegen SSD tauschen

25. Mai 2012 - 08:19 Uhr

In diesem Beitrag möchte ich meine eigenen Erfahrungen beim Wechsel einer Festplatte in einem Lenovo T520 darstellen. Viele der Informationen sind allgemeingültig, jedoch weise ich darauf hin, dass dies lediglich ein Erfahrungsbericht ist und für die Leser einen Nutzen darstellt, die ebenfalls bei einem Lenovo-Laptop der T-Serie einen Festplattentausch durchführen wollen. Des Weiteren sei gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass ich nach einiger Recherche keine „einfache“ Spiegelung der Festplatte vorgenommen habe, sondern (um den besten Performance-Gewinn zu verzeichnen) mein System neu aufgesetzt habe.

Vorbereitung

Voraussetzungen klären
Zunächst sollte geklärt werden, ob alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, um einen Tausch durchzuführen. Hierzu zählen folgende Dinge:

  • Mindestens 512 MB Arbeitsspeicher
  • Eine neue SSD-Festplatte 😉
  • Ein DVD-Brenner (bei den neueren T-Serien ist das Laufwerk auch schreibfähig)
  • Mehrere DVD-Rohlinge (bei mir waren es 4 Stück)
  • Ein Lenovo T520 (oder äquivalentes [ entscheidend ist, dass die Lenovo-Toolbox installiert ist ]
  • Ein Schraubendreher (Kreuz)
  • Zeit ( ohne Datensicherung und Updates / Programminstallationen ca. 2 Stunden )
  • Eine noch vorhandene Recovery-Partion (Wichtig: Laufwerk Q )
  • Eine noch vorhandene Systempartion SYSTEM_DRV (Wichtig: Laufwerk S [eventuell nicht sichtbar. Wenn die Partion nicht manuell entfernt wurde, ist sie vorhanden. Kann unter Datenträgerverwaltung eingesehen werden.])

Daten sichern
Da der Rechner im Laufe der Prozesses komplett neu installiert wird, sind danach natürlich alle Daten der Festplatte gelöscht (bzw. nur noch auf der alten Festplatte vorhanden). Daher ist es ratsam, alle benötigten Dateien vorher auf eine externe Festplatte, o.ä. zu sichern.

Installationsdateien und Produktschlüssel bereit halten
Ebenfalls sinnvoll ist das Zusammensuchen der Installationsdateien und Produktschlüssel, um nach dem Start auch gleich wieder alle benötigten Programme nutzen zu können.

Insbesondere sei hier erwähnt, dass der Windows-Produktschlüssel ( der Aufkleber befindet sich unter dem Akku) und ein aktuelles Antiviren-Programm benötigt wird. Letzteres erst nach dem Tausch aus dem Internet herunter zu laden, stellt potenziell ein Risiko dar. Schließlich können zu diesem Zeitpunkt ungehindert Viren in das System eindringen.

Festplattentausch durchführen

Nutzung des Lenovo R&R-Tools
Wenn die Vorbereitung abgeschlossen ist, geht es an den eigentlichen Tausch der Festplatte. Hierfür wird das bereits vorinstallierte Programm Rescue & Recovery von Lenovo genutzt. Zu finden ist es in der Systemsteuerung unter „Lenovo – Datenträger zur werksseitigen Wiederherstellung“. Der durch das Öffnen dieses Programms ausgelöste Prozess dauert einige Zeit. Zunächst folgen Sie dem Programm in dessen Ablauf. Wählen Sie die Option zur Erstellung von Recovery-DVDs. Das Programm brennt nun zunächst eine Boot-DVD und danach Datenwiederherstellungs-DVDs (bei mir insgesamt 3 Stück).

Sobald dieser Vorgang beendet ist, kann das Programm (sofern nicht schon geschehen) geschlossen werden.

Ausbau & Einbau
Nun kann die Festplatte endlich gegen eine neue SSD-Festplatte ersetzt werden :-).

Schalten Sie das Notebook aus, ziehen Sie den Netzstecker und entfernen Sie den Akku. Drehen Sie das Notebook so um, dass die Unterseite oben und das DVD-Laufwerk links ist. Die Festplatte befindet sich unter der Abdeckung auf der rechten Seite. Sie ist mit einigen Haltenasen und einer Schraube befestigt. Entfernen Sie die Abdeckung. Sie sehen nun Ihre bisher eingebaute Festplatte. Diese kann nun problemlos herausgezogen werden. Entfernen Sie von der alten Festplatte die gummierten Überzüge und schrauben Sie die Metallschiene ab. Befestigen Sie die Schiene nun an der SSD-Festplatte und setzen Sie die gummierten Überzüge wieder auf. Nun können Sie die SSD-Festplatte einsetzen und mit leichtem Druck die Verbindungsstücke koppeln. Jetzt kommt die Abdeckung wieder drauf. (Kein Sorge, die Abdeckung sorgt für einen sicheren Halt der Festplatte .) An dieser Stelle sei auf eine bebilderte Version dieser Beschreibung von der Lenovo-Website verwiesen: http://support.lenovo.com/de_DE/product-and-parts/detail.page?DocID=PD014557

Starten & neu aufsetzen
Nachdem die Festplatte, wie oben beschrieben eingebaut wurde, kann der Akku wieder eingesetzt und der Netzstecker wieder eingesteckt werden. Starten Sie den Rechner und drücken Sie F12. Sie sehen einen Boot-Auswahlbildschirm. Wählen Sie das DVD-Laufwerk und legen Sie vorher die Boot-DVD (das war die erste) in das Laufwerk ein. Im Folgenden wird mithilfe der Datenwiederherstellungs-DVD der Rechner neu aufgesetzt. Folgen Sie hier einfach den Anweisungen. Übrigens: Ich persönlich halte es für sinnvoll die komplette Festplatte in einer Partition zu belassen. Gerade wenn man nicht mit Unmengen von Geld um sich geworfen hat und „nur“ eine 128Gb-SSD gekauft hat, wird der benötigte Speicherplatz mit der Zeit für Programme und Windows größer und größer. Es macht also wenig Sinn sich gleich zu Beginn an dieser Stelle einzuschränken.

Nachbereitung

Antivirenprogramm installieren
Nun geht es an die Endphase. Bevor Sie Updates und Programme installieren und auch bevor Sie sich mit dem Internet verbinden, sollten Sie ein Antivirenprogramm installieren und dessen Updates im Folgenden als erstes durchführen.

Updates durchführen
Nun folgen die notwendigen Updates von Windows, die bekanntermaßen je nach Internetverbindung etwas dauern können. Sie werden aber schon hier merken, dass die Installation der Updates deutlich schneller geht als noch mit der alten Festplatte.

Empfehlenswert ist auf jeden Fall auch ein System-Update der Lenovo-Toolbox. Sie finden diese Möglichkeit unter Systemsteuerung -> Lenovo – Aktualisierung und Treiber. Wählen Sie dort alle Updates (sinnvollerweise auch die optionalen) aus und installieren Sie diese.

Programme installieren
Es folgt, wie immer, wenn ein PC neu aufgesetzt wird, die Installation der Programme, die man natürlich wieder braucht. Glücklicherweise entledigt man sich auf diese Weise auch gleich einiger Programme, die man seit „Ewigkeiten“ nicht genutzt hat und räumt gleich einmal auf.

Gesicherte Daten wiederherstellen
Als letztes folgt das Überspielen der gesicherten Daten. Da Speicherplatz bei SSD-Festplatten noch immer recht teuer ist, sollte an dieser Stelle überlegt werden, welche Daten man regelmäßig braucht und welche Daten auch auf einer externe Festplatte gespeichert bleiben können. Übrigens: eine einfache (und recht günstige) Speichererweiterung ohne Peripherie-Geräte sind natürlich SDHC-Karten (bspw. 32 GB für ca. 25 Euro), die dann eingesetzt bleiben und so die Speicherkapazität deutlich erhöhen.

Ich hoffe dieser Artikel hat Ihnen beim Wechsel Ihrer Festplatte geholfen und freue mich über Anmerkungen und Kritik.

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