ABAP-Webservices mit dem SOA-Manager anlegen
20. Januar 2011 - 3:57 pm UhrGerade im SAP-Umfeld ist es interessant, im produktiven System verfügbare Informationen auch anderen Nicht-SAP-Systemen zugänglich machen zu können. Webservices sind ein effektives Mittel um Systeme ohne große Umwege direkt miteinander kommunizieren zu lassen. Mit SAP NetWeaver 7.0 SP14 steht nun auch die Transaktion SOAMANAGER zur Verfügung, die den Umgang mit Webservices deutlich einfacher macht. Dieses Howto beschreibt anhand eines einfachen Beispiels die Vorgehensweise, um mit ABAP und dem SOAMANAGER einen SAP Webservice zur Verfügung zu stellen.
Überblick
- Voraussetzungen
- Einen Funktionsbaustein und Webservice im ABAP anlegen
- Den Webservice mit soapUI nutzen
Voraussetzungen:
- Eine funktionierende Transaktion SOAMANAGER (ab SAP NetWeaver 7.0 SP14)
- Entwicklerzugriff und ABAP Kenntnisse , Transaktion SE80
- Einen technischen User für den eingeschränkten Zugriff (Benutzertyp Kommunikation)
- Einen Konsumenten, das heißt einen Webservice-Nutzer (zum Testen ist das Webservices-Test-Tool soapUI gut geeignet)
Einen Funktionsbaustein und Webservice im ABAP anlegen
Reihenfolge für das Anlegen eines Webservice im Überblick:
- RFC-fähigen Funktionsbaustein anlegen
- Input/Export-Parameter definieren
- Das Programm
- Webservice anlegen
- Service im SOAMANAGER browsen und WSDL-Link speichern
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RFC-fähigen Funktionsbaustein anlegen
Unser Beispiel wird ein Webservice sein, dem zwei Zahlen übergeben werden und der daraufhin die Summe der beiden Zahlen zurück gibt.
Dafür in der Transaktion SE80 einen Funktionsbaustein anlegen und dabei in den Eigenschaften “Remote fähiger Baustein” anwählen.

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Input/Export-Parameter definieren
Die Parameter definieren den Webservice, die Verwendung von Tabellen und Changing sind hier nicht vorgesehen.
Die Import-Parameter bestimmen die Werte, die an den Webservice übergeben werden. In dem Bespiel die beiden Zahlen, die von unserem Programm addiert werden sollen. Die Parameter sollten Optional sein, damit man später das WSDL-Dokument (siehe unten) abrufen kann und als Wert übergeben werden.

Der Export-Parameter definiert die Rückgabe.

Diese Parameter müssen unbedingt vorher festgelegt werden und sollten sich später auch nicht mehr ändern, da ansonsten sich die ganze Webservice-Definition ändert und somit für Konsumenten nicht mehr nutzbar ist.
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Das Programm

Das Programm sichern und aktivieren.
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Webservice anlegen
Über einen Rechts-klick auf den Funktionsbaustein kann man einen Web Service Wizard starten.






Der Webservice ZTH_WS_TESTING ist damit definiert und einsatzbereit.
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Service im SOAMANAGER browsen und WSDL-Link speichern
Bevor der Webservice durch andere Systeme genutzt werden kann, benötigen diese eine Beschreibung, wie und mit welchem Parametern der Webservice funktioniert. Diese Definition steckt in einem WSDL-Dokument und wird zum Konsumieren des Webservices im ABAP und anderen externen System benötigt. Die Transaktion SOAMANAGER öffnet einen Browser für den Zugriff auf das SOA-Management und bietet die Möglichkeit eine Download-URL für das WSDL-Dokument zu ermitteln.

Zunächst muss der neue Service selektiert werden.
Der markierte Link öffnet das WSDL-Dokument. Hinweis: Das Browserfenster wird unter Umständen im Hintergrund geöffnet.

Die URL aus der Adressleiste speichern.
Den Webservice mit soapUI nutzen
Das Webservice Testing Tool soapUI ist als OpenSource-Tool unter http://www.soapui.org/ verfügbar und bietet die Möglichkeit schnell einfacher Webservice Funktionstests durchzuführen. Ideal also, um unseren eben angelegten Webservice zu testen.

“New soapUI Project” auswählen und in dem Dialog die vorher gespeicherten WSDL-URL einfügen.

Technischen User angeben.

Es sollen die Zahlen 200 und 400 addiert werden. Wichtig ist etwaige Kommentare wie z.B. <!–OPTIONAL–> zu entfernen. Diese können beim Aufruf des Webservices Probleme bereiten.

Über den Button “Auth” am unteren Rand müssen die Benutzerdaten für den Aufruf hinterlegt werden.

Auf “Submit Request” links oben gehen. Die Antwort des Webservices (die Summe der beiden Zahlen) erscheint danach auf der rechten Seite. Damit ist der Webservice erfolgreich getestet!

Ich bin ITIL® V3 zertifizierter SAP NetWeaver Consultant bei der mindsquare GmbH und Fachbereichsleiter für die Themen SAP Basis und Infrastruktur.